Russisch lernen in Wien

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Tips zum Russischlernen

Eine besondere Herausforderung beim Russischlernen ist die Aneignung der kyrillischen Schrift. Die Hälfte der Buchstaben sieht ganz anders aus. Die andere Hälfte ähnelt den lateinischen oder ist vom Aussehen gleich, repräsentiert aber teilweise andere Laute. Deswegen verrichtet man anfangs dauernd Zuordnungen im Kopf. Außerdem gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Groß- und Kleinbuchstaben aber auch zwischen Druck- und Handschrift.

Deswegen muss man beim Russischlernens Texte besonders häufig phonetisch umschreiben. Mit der Zeit automatisieren sich diese Zuordnungen, und die Perzeption kann ähnlich schnell wie der eines Muttersprachlers werden. Nach einer kurzen Frage-Antwort-Übung eröffne ich jede Sitzung mit dem Lesen eines Textes, um die Erkennung der Buchstaben beim Lernenden zu reaktivieren.

Beim Russischlernen sollte man anfangs unbedingt mehr Hausaufgaben geben. Der Lernende muss selbstständig schreiben, sonst würde die Stunde holprig ausfallen.

Russisch ist eine schöne, milde und melodische Sprache. Eine extra Hürde für Deutschsprachige stellt die Aussprache der milden Konsonanten und Vokalen dar. Deswegen setze ich beim Russischlernen häufig Multimedia-Materialien ein, aber der Lernende selbst sollte die Sprache in möglichst vielen Kanälen hören, z.B. im Fernsehen.

Konsonanten vor den Akzenten werden reduziert (verkürzt) und gemildert. Nicht jedes Buch markiert die Betonung. Ich verwende aber nur Bücher dieser Art.

Diese milde Sprache sollte von Deutschsprachigen mit einem erheblich abweichenden Artikulationsbasis unbedingt laut geschliffen werden – beim Gruppenunterricht im Chor. Die Aussprache der Wörter sollte häufig wiederholt werden. Im Russischen ist die Wortordnung der Frage- und Aussagesätze gleich; die Sprechabsicht erschließt sich aus der Intonation.

Die gute Nachricht ist, dass im Gebrauch der Präpositionen und Verbrektionen das Russische den indoeuropäischen Sprachen ähnelt.

Im Russischen ist der Artikel Teil des Substantivs, d.h. wir lernen Substantive gleich mit ihrem Genus.

Ganz bezaubernd im Russischen ist der häufige Gebrauch von verkleinernden Suffixen, z.B. das Wort „Samowartschik“ für einen meterhohen Teekocher.

Die ersten Stunden vergehen mit Gesprächen über allgemeine Themen wie die Vorstellung und Anreden. Dabei kommen grundsätzliche Unterschiede an den Tag, wie z.B. dass es im Russischen kein Kopulaverb gibt, auch keine Artikel. Die formelle Anrede, das Siezen ist mehr verbreitet als im Westen.

Trotzdem drückt sich der Russe vergleichsweise rau aus. Auf Höflichkeiten, Verben in Bedingungsform und Modalverben wird verzichtet, Wörter wie „vielleicht“ und „eventuell“ müssen nicht immer dabei sein, vom Imperativ wird mehr Gebrauch gemacht. Die Frage vom Hotelpersonal „Was wollen Sie?“ ist völlig natürlich – das gilt nicht als unhöflich.

russisch-deutsch

Für Europäer mag überraschend sein, dass in russischen Sprachbücher keine alltäglichen Dialoge zu finden sind, die mit Sätzen wie „Was trinkst du?“ anfangen. Die Gesprächsparteien laden sich zum Tschaikowsky-Konzert oder zur Ballettvorstellung ein und siezen sich konsequent. Die phonetische Umschreibung der neu hinzugekommenen internationalen Wörter löst im Kurs oft Heiterkeit aus, genau wie die Aussprache von Hamlet (Gamlet). Die Lehrwerke enthalten viel Landeskunde, da die russische Sprache ja ein riesiges Gebiet abdeckt. Lernende lesen gerne die Beschreibung von Städten, die historische Referenzen, über Gebräuche und Feste, und das leitet sie zum Gebrauch des Wörterbuchs an.

Das Sprachenlernen ist nach einem gewissen Punkt besonders aufregend, wenn die Inhalte in den Vordergrund rücken. Früher war im Grundlehrplan vorgeschrieben, dass wir die Liebe der russischen Sprache beibringen sollten. Die Welt der originellen russischen Bilderbücher, illustrierte Märchenbücher bezaubert einen wirklich. Ich beobachte oft bei meinen Schülern, dass nach gewisser Zeit die Entdeckung dieser tiefgehenden Kultur zur Triebfeder des Russischlernens wird. Zum Studieren der russischen Literatur, Musik, Tanz, Malerei und Grafik reicht ein ganzes Leben nicht aus.